Weißt du worauf es beim Fotografieren wirklich ankommt?

Wie finde ich die richtige Kamera für mich? — Teil 2

kameraauswahl 2

Photo by Derek Miller 

Nach­dem ihr für euch her­aus­ge­fun­den habt, welcher Fotografi­etyp ihr seid, ist der näch­ste Schritt in der Entschei­dungs­find­ung das Kam­erasys­tem. In diesem Blog­beitrag wollen wir euch die ver­bre­it­et­sten Kam­erasys­teme näher brin­gen, die Fea­tures, auf die ihr beim Kauf achten soll­tet und ein paar Worte zur ersten Objek­tivwahl ver­lieren.

Welches Kam­erasys­tem?

Es gibt eine Vielzahl an Kam­erasys­te­men, aber für den Ein­stieg wollen wir uns ein­mal auf die vier rel­e­van­ten­sten konzentrieren.

a) Handykam­era

Die Kam­era am Handy ist wohl die am häu­fig­sten benutzte Kam­era weltweit. Ihre Vorteile liegen klar auf der Hand — nach­dem das Smart­phone stets dabei ist, ist auch die Kam­era immer griff­bereit. Was diese Kam­era aber auch sehr beliebt macht, ist die Möglichkeit, die Fotos direkt mit den Fre­un­den in diversen sozialen Net­zw­erken zu teilen. Wer sich aber ern­sthafter mit der Fotografie beschäfti­gen will, wird aber sehr schnell an die Gren­zen der Kam­era stoßen, da es so gut wie keine Ein­stel­lungsmöglichkeiten gibt.

Empfehlung für: alle, die Schnapp­schüsse machen, aber sich nicht näher mit der Fotografie beschäfti­gen wollen und keine hohen Ansprüche haben

 

b) Kom­pak­tkam­era (Point & Shoot)

Etwas mehr Möglichkeiten bieten Kom­pak­tkam­eras. So wie der Name ver­muten lässt, sind sie klein und kom­pakt und passen in jede Hosen­tasche. Im Ver­gle­ich zu den Handykam­eras könnt ihr mehr Ein­stel­lun­gen vornehmen, ihr habt einen größeren Zoombere­ich und auf­grund des größeren Kam­erasen­sors auch eine bessere Bildqual­ität. Kom­pak­tkam­eras wer­den häu­fig als Spaßkam­eras ver­wen­det, um Erin­nerungs­fo­tos von Urlaub, Fam­i­lie und Fre­un­den zu machen. Inner­halb der Kom­pak­tkam­er­ak­lasse gibt es in Bezug auf Qual­ität und Ein­stel­lungsmöglichkeiten sehr große Unter­schiede (auch am Preis ersichtlich), den­noch stellt die Kom­pak­tkam­era keine ern­sthafte Alter­na­tive für den anspruchsvollen Fotografen dar.

Empfehlung für: die Kam­er­atypen All­rounder, Tourist und Fam­i­lien­ver­bun­dene mit geringem Bud­get und die sich nicht die Zeit nehmen wollen, sich näher mit der Kam­era und dem Fotografieren zu beschäftigen.

 

c) Sys­temkam­era (Mirrorless)

Sys­temkam­eras sind erst rel­a­tiv kurz am Markt und über­brücken die Lücke von der Kom­pak­tkam­era zur Spiegel­re­flex. Sie weisen die Flex­i­bil­ität einer Spiegel­re­flexkam­era (wech­sel­bare Objek­tive, sämtliche manuellen Ein­stellmöglichkeiten, externes Zube­hör) in einem rel­a­tiv kom­pak­ten Gehäuse auf. Die kom­pakte Bauweise bringt aber auch einige Nachteile mit sich. Ein­er­seits fehlt ein optis­cher Sucher, wodurch ihr euren Bil­dauss­chnitt stets über das Kam­eradis­play fes­tle­gen müsst, was zu einem sehr hohen Akku­ver­brauch führt, sowie zu einer schlechten Beurteilung des Kam­eradis­plays bei direk­ter Sonnene­in­strahlung. Ander­er­seits liegen sie nicht so ergonomisch in der Hand. Hin­sichtlich der Bildqual­ität kom­men die meis­ten Mod­elle (noch) nicht an eine Einstiegs-DSLR heran.

Empfehlung für: alle Kam­er­atypen, die einen etwas höheren Anspruch an ihre Fotos stellen und sich auch mit der The­matik auseinan­der­set­zen wollen.

 

d) Dig­i­tale Spiegel­re­flexkam­era (DSLR)

Die DSLR zählt zu der beliebtesten Kat­e­gorie unter den Profi– und Hob­by­fo­tografen. Sie liefert die beste Bildqual­ität, beste Sta­bil­ität durch ein ergonomis­ches Gehäuse, bietet die größte Auswahl an Wech­selob­jek­tiven und externem Zube­hör, kurze Aus­lö­sev­erzögerung, ein robustes Gehäuse und einen optis­chen Sucher. Zu den Nachteilen zählen v.a. das rel­a­tiv hohe Gewicht (ihr werdet das spätestens merken,wenn ihr mit 3 Objek­tiven auf Reisen geht) und der hohe Preis.

Empfehlung für: alle Kam­er­atypen, denen die Qual­ität ihrer Bilder und Flex­i­biltät beim Fotografieren sehr wichtig sind und die sich nicht davor scheuen, eine eigene Kam­er­atasche mitzunehmen.

 

Auf welche Fea­tures soll ich achten?

Megapixel / Sensorgröße

Megapixel alleine geben zwar einen Hin­weis über die Bildqual­ität einer Kam­era, soll­ten aber kein auss­chlaggeben­des Kaufkri­terium sein. Viel wichtiger ist die Sen­sor­größe — je größer der Sen­sor, desto besser die Bildqualität.

Bren­nweit­en­bere­ich

Der Bren­nweit­en­bere­ich ist der Zoombere­ich und gibt darüber Auskunft, wie nah ihr an euer Motiv her­an­zoomen könnt. Je größer der Bere­ich, desto mehr Zoom­möglichkeit habt ihr.

ISO

Die Filmempfind­lichkeit (oder auch ISO) gibt die Lichtempfind­lichkeit von Fil­men oder in der heuti­gen Zeit, die Sen­si­tiv­ität von Kam­erasen­soren an. Je höher die ISO desto mehr “Rauschen” im Bild. Je mehr Umge­bungslicht desto kleiner kann die ISO Zahl eingestellt wer­den z.B: ISO 100, je schlechter die Lichtver­hält­nisse desto höher müssen die ISO eingestellt wer­den z.B. ISO 6400. Hier haben auf­grund der Sen­sor­größe DSLRs die Nase vorne. Wenn ihr Schnapp­schüsse von Reisen und eurer Fam­i­lie machen wollt, dann müsst ihr euch darum nicht so sehr küm­mern. Wenn ihr aber z.B. Konz­erte oder Hochzeiten in dun­klen Kirchen fotografieren wollt, dann hal­tet nach Kam­eras Auss­chau, die min­destens eine Ein­stel­lung von ISO 6400 erlauben.

Hap­tik

Wie gut liegt die Kam­era für euch in der Hand? Testet das ein­fach, indem ihr in einem Fachgeschäft mehrere Kam­eras ausprobiert.

Erschei­n­ungs­jahr

Wann ist die Kam­era erst­mals erschienen? Die Tech­nolo­gie schre­itet schnell voran, je neuer die Kam­era, desto besser ist sie in der Regel.

Preis

Generell gilt zwar, dass die Kam­era umso besser ist, je teurer sie ist, aber achtet vor allem anfangs darauf, dass ihr eine Kam­era kauft, die euren Anforderun­gen entspricht. Die beste Kam­era macht euch nicht automa­tisch die besten Fotos.

Welche Marke?

Also hier schei­den sich natür­lich die Geis­ter und v.a. bei den Kom­pak­tkam­eras gibt es ja Anbi­eter wie Sand am Meer. Generell empfehlen wir aber, eher bei den großen renom­mierten Marken zu bleiben, die sind erfahrungs­gemäß qual­i­ta­tiv am Besten und auch am Zuver­läs­sig­sten. Wir sel­ber fotografieren mit Canon und Nikon — und im DSLR Sek­tor sind die bei­den Marken unserer Mei­n­ung nach ungeschlagen.

 

Welches Objek­tiv? Kit-Objektiv oder nicht?

Das hängt primär von eurem Ein­satzz­weck und eurem Bud­get ab ;) Das Stan­dard Kit-Objektiv ist das 18-55mm bei den meis­ten Spiegel­re­flexkam­eras im Ein­stiegsseg­ment. Für’s alltägliche Fotografieren reicht das vor­erst auch ein­mal, außeror­dentliche Effekte bekommt man damit aber keine hin.

Wer nah ran­zoomen will bzw. viel Porträts fotografieren möchte, dem empfehlen wir Objek­tive ab 70mm aufwärts. Wer vor allem Architek­tur und Land­schaften fotografieren will, ist mit einem Weitwinkelob­jek­tiv (startet ab 10-15mm) gut aufgehoben.

Wer beson­ders viel wert auf einen unschar­fen Hin­ter­grund bei Porträts legt, dem kön­nen wir zum Ein­stieg das 50mm 1.8 ans Herz legen.

Soge­nan­nten Super­zooms, wie ein 18-250mm, kön­nen wir nicht allzu­viel abgewin­nen, da die Qual­ität sehr unter diesem weiten Zoombere­ich lei­det. Wer die Fotos bloß am Lap­top ansieht und faul sein will beim Fotografieren, ist bei so einem Objek­tiv jeden­falls den­noch gut aufgehoben.

Wenn ihr abso­lut keinen Plan habt, was ihr fotografieren wollt, dann startet ein­fach mit dem 18–55 Kit Objek­tiv und rüstet erst dann nach, wenn ihr eure Vor­lieben ent­deckt habt.

 

Gebraucht oder neu kaufen?

Unsere Kurzant­wort hierfür:

Kam­eras ver­lieren schnell an Wert, weil sie sich abnutzen und die Tech­nolo­gie schnell voran­schre­itet -> daher bei Kam­eras eher neu kaufen.

Objek­tive sind sehr wertbeständig, weil sich Glas nicht abnutzt und auch nicht so oft neue Objek­tive auf den Markt kom­men -> daher könnt ihr Objek­tive ruhig gebraucht kaufen. (Achtet darauf, dass der Zoom und Fokus funk­tion­iert und keine Kratzer auf der Vorder­linse sind.)

 

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